Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des Wandels

Projektleiter: Prof. Dr. Lorenz Engell, Prof. Dr. Jens Schröter

Projektmitarbeiter/-in: Dr. Benjamin Beil, Daniela Wentz

Untersuchungsgegenstand des Vorhabens ist die Fernsehserie als Reflexion und als Projektion des Medienwandels. Ziel des Vorhabens ist es, über die Analyse ausgewählter, überwiegend rezenter Fernsehserien zu einer Einschätzung der Funktion speziell des Fernsehens für den Medienwandel zu gelangen. Umgekehrt soll diese Analyse zu einem veränderten Verständnis des Medienwandels im Ausgang vom Fernsehen beitragen.

Verfahren und Zielsetzung des Projektes gründen sich dabei auf die Annahme, dass Massenmedien eine leitende Funktion im Rahmen gesellschaftlicher Selbstbeobachtung zukommt. Eine Gesellschaft, die sich in zunehmendem Maße als mediatisiert begreift, reflektiert und entwirft gerade in populären fiktionalen Formaten die (möglichen) Strukturen mediatisierter Welten und die Prozesse ihres Wandels. Das gilt besonders für Serienformate, aufgrund etwa ihrer spezifischen Temporalität und ihrer Eingelassenheit in die Lebenswelt. Die Reflexion wird in dem beantragten Projekt dabei überwiegend strukturell gefasst, besonders im Hinblick auf Raumstrukturen mediatisierter Welten. Die Projektion wird überwiegend semantisch gefasst im Hinblick auf - imaginäre - zukünftige und alternative Technologien und Verfahren der Kommunikation.

Durch fiktionale Reflexion und Projektion nimmt das Fernsehen als gesellschaftliches Leitmedium des 20. Jahrhunderts aber auch selbst Teil und aktiv Anteil am Medienwandel. Etwa besitzt es eine Schlüssel- und Brückenfunktion im Übergang zwischen dem Analogen und dem Digitalen. Daher geht das Projekt schließlich der Frage nach, wie sich das Fernsehen als gesellschaftliches Leitmedium durch das fiktionale Format der Serie selbst im Verhältnis von Medien- und Gesellschaftswandel verortet.

 

Forschungsfeld: Kontexte

 

Publikationen

Beil, Benjamin/ Engell, Lorenz/ Schröter, Jens/ Schwaab, Herbert/ Wentz, Daniela (2012): Die Fernsehserie als Agent des Wandels. Münster: LIT, im Erscheinen.

Beil, Benjamin/ Engell, Lorenz/ Schröter, Jens/ Schwaab, Herbert/ Wentz, Daniela (Hrsg.) (2012): LOST in Media. Münster: LIT, im Erscheinen.

Beil, Benjamin/ Engell, Lorenz/ Schröter, Jens/ Schwaab, Herbert/ Wentz, Daniela (2012): Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des medialen Wandels. In: Hepp, Andreas/ Krotz, Friedrich (Hrsg.): Mediatisierte Welten: Beschreibungsansätze und Forschungsfelder. Wiesbaden: VS Verlag, S. 197-223.

Engell, Lorenz (2011): Erinnern/Vergessen. Serien als operatives Gedächtnis des Fernsehens. In: Blanchet, Robert/ Köhler, Kristina et al. (Hrsg.): Serielle Formen. Von den frühen Film-Serials zu aktuellen Quality-TV- und Online-Serien. Marburg: Schüren (Zürcher Filmstudien, Bd. 25), S. 115-133.

Engell, Lorenz (2011): Folgen und Ursachen. Serialität und Kausalität. In: Kelleter, Frank et al. (Hrsg.): Populäre Serialität. Göttingen, im Druck.

Engell, Lorenz (2010): Die kopernikanische Wende des Fernsehens. In: Bergermann, Ulrike et al. (Hrsg.): Das Planetarische. Kultur-Technik-Medien im postglobalen Zeitalter. München: Fink, S. 139-154.

Engell, Lorenz (2010): Erinnern/Vergessen. Serien als operatives Gedächtnis des Fernsehens. In: Blanchet, Robert/ Köhler, Kristina et al. (Hrsg.): Serielle Formen. Marburg: Schüren.

Engell, Lorenz (2009): "Virtual History" Die Geschichte als Fernsehen. In: Zeithistorische Forschungen, 2009/3, Jg. 6, S. 391-412.

Engell, Lorenz (2009): Fernsehen mit Unbekannten. Überlegungen zur experimentellen Television. In: Grisko, Michael/ Münker, Stefan (Hrsg.): Fernsehexperimente. Stationen eines Mediums. Berlin: Kadmos, S. 15-46.

Engell, Lorenz (2008): Das Mondprogramm. Wie das Fernsehen das größte Ereignis aller Zeiten erzeugte und wieder auflöste, um zu seiner Geschichte zu finden. In: Lenger, Friedrich/ Nünning, Ansgar (Hrsg.): Medienereignisse der Moderne. Darmstadt: Wiss. Buchges., S. 150-171.

Schröter, Jens (2012): Verdrahtet. The Wire und der Kampf um die Medien. Berlin: Bertz + Fischer, im Erscheinen.

Schröter, Jens (2012): The Wire. Szenen performativer Mediatisierung. In: Kleiner, Marcus/ Wilke, Thomas (Hrsg.): Performativität und Medialität in der populären Kultur. Opladen: VS Verlag, im Erscheinen.

Schröter, Jens/ Glaubitz, Nicola (2008): Surrealistische und surreale Elemente in Twin Peaks. In: Michael Lommel et al. (Hrsg.): Surrealismus im Film. Bielefeld: Transcript, S. 281-300.

Wentz, Daniela (2009): Das neue Fernsehen und die Historizität des Dispositivs. In: Wendler, André/ Wentz, Daniela: (Hrsg.) Die Medien und das Neue. Marburg: Schüren, S. 151-164.

 

Vorträge

Projekt-Workshop: Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des Wandels II, Universität Siegen, 08.04.2011.

Engell, Lorenz/ Wentz, Daniela: Fernsehserien als Formen der Reflexion und Projektion des medialen Wandels. Vortrag an der Universität Bremen, ZeMKI Forschungskolloquium Medienkultur, gehalten am 03.02.2011.

Schröter, Jens: Auf den Schirm! Die Inszenierung mediatisierter Welten in populären Science Fiction-Fernsehserien, Keynote Speech zur Tagung "Performativität und Medialität populärer Kulturen", 3./4.12.2010 in Halle, gehalten am 3.12.2010.

Wentz, Daniela: LOST in signs. Über Fernsehserien. Abendvortrag im Rahmen der Vortragsreihe "Bilder Denken" an der Ruhr-Universität Bochum, gehalten am 06.12.2011.

Wentz, Daniela: Events Occur in Real Time. Raum- und Zeitfigurationen des Ereignisses in 24. Vortrag auf der Tagung: "Politiken des Medienereignisses" an der Justus-Liebig-Universität, 16.12.2010 - 18.12.2010 in Gießen, gehalten am 18.12.2010.

Wentz, Daniela: Das Gerücht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Vortrag auf der Tagung "Bilder außerhalb/Imagens de fora" an der Universidade Federal de Minas Gerais, August 2010 in Belo Horizonte.

Projekt-Workshop: Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des Wandels, Universität Weimar, 10.12.2010.